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Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (Link zur Startseite)

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Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung

ForeStClim - Transnational Forestry Management Strategies in Response to Regional Climate Change Impacts

Die bereits heute in Gang gesetzte und künftige Klimaänderung wird sich auf regionaler Ebene in den Bereichen der Umwelt, des sozialen Gefüges und der Wirtschaftskraft auswirken. So werden sich Hand in Hand mit der künftigen Klimaentwicklung in den nächsten Jahrzehnten auch unausweichlich die forstlichen Standortsbedingungen und damit auch das Landschaftsbild in Nord-West-Europa verändern. Diese Entwicklungen sind mit erheblichen Auswirkungen auf eine nachhaltige Waldbewirtschaftung verbunden. Aus diesem Anlass kooperieren von 2008 bis 2012 21 nordwesteuropäische Partnerorganisationen unter der Führung der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz im INTERREG IVB-Projekt „ForeStClim“.

Ziele:
Im Rahmen einer transnationalen Zusammenarbeit zwischen 21 Partnern aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Luxemburg und den Niederlanden werden regionenbezogene Waldbewirtschaftungs- und Waldschutzstrategien für die künftig zu erwartenden klimatischen Bedingungen entwickelt. Damit will das Projekt einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen und ökologischen Stabilität der Wälder in Nordwesteuropa (NWE) leisten.

KLIMASZENARIO

Die Daten aus den Klima- und Niederschlagsnetzen des DWD sowie der eigenen forstmeteorologischen Stationen liegen für 1978 bis 2008 in täglicher Auflösung für Vergleichsläufe (hindcast model runs) vor.

Zentrales Element für die Erstellung regionaler Szenarien für den Zeitraum 2000-2100 ist das dynamische Downscaling der Ergebnisse aus den vergleichsweise grob aufgelösten, globalen AOGCM (Atmosphere-Ocean General Circulation Model) IPCC Modell-Läufen. Zum Einsatz kommt dabei das “one-way nesting”-Verfahren unter Verwendung des aktuellsten mesoskalischen Atmosphären-Modells und eines adäquaten Oberflächenmodells. Zielgröße sind regional bis lokal aufgelöste Klimaszenarien für ausgewählte Schwerpunktflächen.

Als Atmosphären-Modell wird das Weather Research and Forecasting (WRF) Model verwendet. Dieses innovative mesoskalische, numerische Wettervorhersage-System wurde sowohl für operative Vorhersagen, als auch für die Atmosphärenforschung konzipiert. Gegenwärtig ist die Verwendung der IPCC-Emissionsszenarien A1B, A2 und B1 vorgesehen, die für je eine trockene und eine feuchte Realisation berechnet werden sollen. Es erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem ENSEMBLES-Projekt.

Parameter:
Temperatur- und Niederschlagsänderungen, Extremereignisse für Temperatur und Niederschlag; relative Luftfeuchte; Globalstrahlung

räumlicher Bezug:
Nordwest-Europa

Zeithorizont:
bis 2100

KLIMAFOLGEN

Die folgenden Klimafolgen werden in ForeStClim analysiert:
• Auswirkungen regionaler Klimaänderungen auf die Baumartenzusammensetzung, d.h. auf die Konkurrenzentwicklung zwischen verschiedenen Arten eines Standorts
• Auswirkungen regionaler Klimaänderungen auf lokale/regional standörtliche Veränderungen, insbesondere den Bodenwasserhaushalt
• Auswirkungen regionaler Klimaänderungen auf forstliche Produktionsziele wie Wertholz-, Massenware- oder Energieholzerzeugung
• Auswirkungen extremer Trockenheit auf Baumwachstum und Bodeneigenschaften
• Auswirkung von Extremniederschlägen auf Bodenerosion unter Wald
• Auswirkungen des Klimawandels auf die Kohlenstoffvorräte im Waldboden

Sektoren und Handlungsfelder:
Forstwirtschaft, Wald, Waldökologie, Wasserwirtschaft

ANPASSUNGSMASSNAHMEN

Hintergrund:
Transnationale Anpassungsstrategien für die Wälder Nordwest-Europas

Ziele:
Erarbeitung von transnational abgestimmten Waldbewirtschaftungs- und Waldschutzstrategien für ein vorsorgendes und anpassungsfähiges Management sowie eine Unternehmensführung, die einer nachhaltigen und ausgewogenen Erhaltung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion der Wälder gerecht wird.

Ausarbeitung einer transnationalen Strategie, die die gemeinsame Bewirtschaftung von Wald- und Wasserressourcen verfolgt, um den Wasserrückhalt in Wäldern zu verbessern, um die Gefahr der Sturzflutentstehung zu vermindern und um der Gefährdung der Wälder in Dürreperioden entgegenzuwirken (aufbauend auf den Ergebnissen des INTERREG III B-Projektes WaReLa). Die Entwicklung von effektiven Wasserrückhaltemaßnahmen basiert auf Methoden zur flächigen Bewertung der Waldstandortseigenschaften im Hinblick auf die Abflussentstehung, die Grundwasseranreicherung und die Erosionsanfälligkeit.

Zur Abstimmung alternativer Managementstrategien werden transnationale, aber regionenbezogene Optimierungsmodelle geschaffen. Diese sollen die regionalen Möglichkeiten aufzeigen im Hinblick auf die räumliche Varianz biophysikalischer und sozioökonomischer Input/Output-Relationen zwischen und innerhalb der Regionen. Diese umfassen eine Risikobewertung und sie bauen auf einer Multikriterienanalyse auf. Damit sind sie hoch interessant zur Stützung der ökonomischen Stabilität der Partnerregionen bei künftigen Klimaänderungen. Diese Modelle und die damit abgeleiteten Bewertungen können die Grundlage von Diskussionen zwischen transnationalen und nationalen Entscheidungsträgern werden.

Zeithorizont:
Anpassung ist ein dynamisches Konzept, was die Angabe eines allgemein gültigen Zeithorizonts unmöglich macht; in ForeStClim werden erste Maßnahmen innerhalb des Projektzeitraums ab ca. 2010 auf Versuchsflächen in NW-Europa implementiert; je nach Erfolg bzw. sich ändernder Rahmenbedingungen werden dann kontinuierlich weitere Anpassungsmassnahmen erfolgen.

Kosten:
Werden für die Forstwirtschaft betrachtet

relevante Akteure:
Alle gesellschaftlichen Akteure, die den Wald nutzen; im ForeStClim Advisory Board sind vertreten: Staatliche Forstverwaltungen, kommunale Waldbesitzer, Vertreter der Holzindustrie, Naturschutzverbände.

rechtliche Aspekte:
Das Rahmenwerk und Wissen, das die ForeStClim-Partner im Rahmen der 5-jährigen Kooperation zusammenstellen, wird die Entwicklung einer transnationalen Umweltpolitik stark vorantreiben (MCPFE, EU Forestry Strategy, INSPIRE; Natura 2000, WFD, EU Assessment and Management of Floods), die Anpassung an Klimaänderungen auf einer internationalen Ebene fördern (UNFCCC, ECCP) und einer nachhaltigen Wald- und Risikominimierungspolitik Nachdruck verschaffen (MCPFE, EU Forest Action Plan, WBCSD -World Business Council for Sustainable Development-, Lissabon- und Götheborg-Strategien), und dies für alle Partnerregionen.

VULNERABILITÄT

Die wissenschaftliche Erforschung der Vulnerabilität von Waldökosystemen hinsichtlich des Klimawandels befindet sich noch in den Anfängen. Ihre besondere Vulnerabilität ist in ihrer Ortsgebundenheit und der langen Lebensdauer ihrer dominierenden Lebewesen, der Bäume, begründet.

Sensitivität/Resilienz:
Es wird die Sensitivität von Waldökosystemen hinsichtlich der Aufrechterhaltung ihrer ökonomischen und ökologischen Funktions- und Leistungsfähigkeit betrachtet.

Anpassungskapazität:
Um überhaupt erst einmal die Größenordnung der erforderlichen Anpassungskapazität einschätzen zu können, wird in ForeStClim ein Verfahren zur Dynamisierung der Wasserhaushalts- und Standortkartierung mit Hilfe der neuronalen Netzwerk-Technik erarbeitet. Mit Hilfe dieses Tools wird es dann möglich sein, die Klimaszenarien auf regionaler Ebene in „Standortszenarien“ zu übersetzen.

Darauf aufbauend wird eine Vielzahl von Modellen zum Einsatz kommen, um die ökologischen Konsequenzen (z.B. Modell mCentury für Trends in den Bodenkohlenstoffvorräten), die waldbaulichen Folgen (Modelle SILVA und BALANCE), sowie resultierende ökonomische Auswirkungen (Modell HOLZERNTE) besser abschätzen zu können.
Abiotische Risiken in Form von gestiegener Sturmwurf- oder Waldbrandgefahr, die sich aus den Klimaszenarien ergeben, werden ebenfalls simuliert.

Gleichzeitig nimmt die Forstgenetik eine wichtige Rolle im Projekt ein. Neben der Klärung von anpassungsfähigen Herkünften der Douglasie (Pseudostuga menziesii) hat sie die Aufgabe, über ein genetisches Monitoring einzelner Waldbäume Einblicke in die genetische Variation als Basis deren Anpassungsfähigkeit zu gewinnen.

Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen / Handlungsbedarf:
Die Wälder Nordwesteuropas sind durch den Klimawandel auf vielfältige Art und Weise bedroht. Obwohl die Gefahrenabschätzung derzeit noch schwer fällt, besteht schon heute Handlungsbedarf aufgrund der langen Lebensdauer der Einzelindividuen (Bäume) und der herausragenden ökologischen und ökonomischen Bedeutung dieser unserer letzten naturnahen Vegetationsräume.
Ausgewogene und innovative Waldbewirtschaftungstrategien und Pläne sind gefragt, die die Biodiversität in den Wäldern erhalten, und gleichzeitig den kommerziellen Nutzen sowie die Schutz- und Erholungsfunktionen der Wälder berücksichtigen. Zudem sind die Auswirkungen der Klimaänderung auf die Wasserressourcen offensichtlich. Das künftige Klima ändert sich nicht innerhalb von Staatsgrenzen oder nur in einzelnen Regionen; Klimaänderungen haben unausweichlich Auswirkungen auf die Hauptbaumarten im gesamten nordwesteuropäischen Raum. Die Anpassung an das sich verändernde Klima ist daher eine dringliche transnationale Herausforderung!

Konfliktpotential / Nachhaltigkeit:
Die Vielzahl der Akteure in ForeStClim wird zu einer Vielzahl von Ergebnissen führen. Mögliche widersprüchliche Ergebnisse zwischen ökologischer Bewertung auf der einen und ökonomischer auf der anderen Seite – z.B. beim Anbau der Douglasie – werden Ausdruck dieser Vielfalt sein. Ziel des Projektes ist daher weniger eine Liste mit konkreten, den Sachverhalt vereinfachenden Handlunganweisungen, sondern vielmehr die Entwicklung eines (digitalen) Entscheidungsunterstützungssystems (DSS). Dieses soll die jeweiligen ökologischen und ökonomischen Konsequenzen der Umsetzung von Waldbewirtschaftungsstrategien unter unterschiedlichen Klimaszenarien aus der Sicht der Interessensvertreter aufzeigen und so Entscheidungsrisiken minimieren.
Das weite Spektrum des Expertenwissens wird die Grundlage für ein dynamisches und operationales Zusammenwirken im nordwesteuropäischen Sinne sein. Die Einbindung von transnationalen Partnern aus allen Bereichen – Verwaltungen, Entscheidungsträger, Interessensvertreter und Forschung – mit unterschiedlichem kulturellen und amtlichen Hintergrund ist eine Voraussetzung dafür, dass die verschiedensten Aspekte der Klimaänderung und Waldbewirtschaftung in ausgewogenem Maße in ForeStClim berücksichtigt und Konflikte zwischen einzelnen Interessensvertretern innerhalb eines Landes oder zwischen den EU-Mitgliedsstaaten reduziert werden.

Fachliche Gebietseinheiten

Rheinland-Pfalz, Nordwest-Europa

Verweise im WWW

Internetpräsenz des INTERREG IVB-Projekts ForeStClim

Die vollständige Anzeige der Projektbeschreibung mit Kontaktinformationen erfolgt über den Umweltdatenkatalog des Bundes (PortalU)


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