Projektkatalog Klimafolgen und Anpassung
Der Projektkatalog des Kompetenzzentrums Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt führt vorhandenes Wissen zu Klimafolgen und Anpassung zusammen und dient als eine Informationsbasis für Akteure im Bereich der Anpassung an den Klimawandel sowie die breite Öffentlichkeit. Die Dokumentation der Informationen erfolgt anhand einer für den Projektkatalog entwickelten Dokumentations- und Analysematrix, die eine strukturierte Suchwort-Recherche im Umweltportal Deutschland (PortalU) oder über die KomPass-Internetpräsenz und damit einen Überblick über die verfügbare Informationsbasis ermöglicht.
Der Projektkatalog fokussiert auf in Deutschland generierte Informationen; exemplarisch sind auch Projekte aus der EU und anderer Länder enthalten. Da die Forschung über Anpassungsnotwendigkeiten und Anpassungsmaßnahmen ein vergleichsweise neues Betätigungsfeld der Klimawirkungsforschung darstellt und eine Reihe aktueller Förderprogramme (z.B. Fördermaßnahme "KLIMZUG - Klimawandel in Regionen zukunftsfähig gestalten" und "klimazwei - Forschung für den Klimaschutz und Schutz vor Klimawirkungen" des BMBF) jüngst aufgelegt wurden, enthält der Katalog auch laufende Projekte. Ebenso sind Projekte - sowohl abgeschlossen als auch laufend - aufgenommen worden, die sich nicht in erster Linie mit den Folgen des Klimawandels beschäftigen jedoch Anpassungsmaßnahmen behandeln, mit denen heutigen Extremereignissen begegnet werden kann und die deshalb auch für Anpassung an den Klimawandel geeignet sein könnten.
Für die Beschreibung der Projekte werden Erfassungskriterien für fünf Kategorien definiert:
1. Angaben zu den Randbedingungen des Projektes
2. Angaben zum verwendeten Klimaszenario
3. Angaben zu den analysierten Klimafolgen
4. Angaben zu den betrachteten Anpassungsmaßnahmen
5. Angaben zur Vulnerabilität.
In der 1. Kategorie werden solche Kriterien festgelegt, die allgemeine Angaben zu den Projekten beinhalten, um den Nutzern die Ein- und Zuordnung der Ergebnisse und eine weitere eigene Recherche zu ermöglichen.
Die Kriterien der 2. Kategorie beschreiben das oder die in den einzelnen Projekten verwendeten Klimaszenarien, wozu die Modelle, die Emissionsszenarien, quantitative und - wenn möglich - qualitative Parameter, der räumliche Bezug sowie der betrachtete Zeithorizont gehören. Hintergrund hierfür ist die Tatsache, dass Ergebnisse aus der Klimafolgenforschung nur nutz- und bewertbar sind, wenn die zugrunde gelegten Annahmen bzgl. des Klimawandels und die berücksichtigten Klimaparameter bekannt sind.
In der 3. Kategorie werden die in dem jeweiligen Projekt analysierten Klimafolgen sowohl für natürliche als auch für sozioökonomische Systeme strukturiert erfasst. Die Strukturierung des Kriteriums "Raum" folgt der naturräumlichen Gliederung Deutschlands, die Kriterien für die Gliederung der sozioökonomischen Systeme erfolgt analog zur Deutschen Anpassungsstrategie nach verschiedenen Wirtschaftssektoren, Handlungs- und Politikfeldern.
In der 4. Kategorie werden die in den einzelnen Projekten betrachteten Anpassungsmaßnahmen für die Sektoren bzw. Handlungsfelder erfasst. Folgende Kriterien wurden dafür entwickelt:
- Hintergrund und Ziel der Anpassungsmaßnahmen,
- Zeithorizont,
- Kosten,
- relevante Akteure und
- rechtliche Aspekte.
Die 5. und letzte Kategorie erfasst Aspekte bezüglich der Vulnerabilität, da Vulnerabilitätskonzepte im Rahmen der Klimafolgen- und Anpassungsforschung die enge Verzahnung von Klimafolgen, Anpassungserfordernissen und Anpassungskapazität betont. Die Vulnerabilität als (regionale) Funktion aus Klimafolgen und Anpassungskapazität der natürlichen und gesellschaftlichen Systeme wird über die Kriterien Sensitivität und Resilienz, Anpassungskapazität, Dringlichkeit von Anpassungsmaßnahmen und Handlungsbedarf sowie Konfliktpotential und Nachhaltigkeit erfasst. Dieses orientiert sich an der Definition von Vulnerabilität des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), wonach Vulnerabilität bzw. Verwundbarkeit anzeigt, inwieweit ein System für nachteilige Auswirkungen der Klimaänderungen, inklusive Klimaschwankungen und -extreme anfällig ist bzw. nicht fähig ist, diese zu bewältigen. Die Verwundbarkeit leitet sich ab aus dem Charakter, der Größenordnung und der Geschwindigkeit der Klimaänderung und -abweichung, der ein System ausgesetzt ist, ebenso wie aus der Empfindlichkeit und Anpassungskapazität dieses Systems.
Da sich die in verschiedenen Forschungsbereichen (z.B. Risiko- und Katastrophenforschung vs. Klimawirkungsforschung) benutzten Vulnerabilitätskonzepte zum Teil deutlich unterscheiden, wird soweit möglich einführend eine kurze Beschreibung der in den Projekten benutzten Konzepte angefügt. Handelt es sich dabei um Konzepte, die die gesellschaftliche Anpassungskapazität nicht berücksichtigen, so taucht im entsprechenden Zusatzfeld ein "nein" auf.
Bei der Nutzung der Datenbank durch die interessierten Nutzerinnen und Nutzer ist nicht nur eine Recherche entlang einzelner Projekte möglich, sondern das internetgestützte PortalU stellt auch sicher, dass Recherchen "quer" zu Projekten entsprechend einzelner Kriterien und Stichworte erfolgen können.
Fachliche Gebietseinheiten
Deutschland, Europa, Brandenburg, Berlin, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

