Anpassen nach Maß
- Eine Strategie zum Anpassen
- Mehr als eine Absichtserklärung
- Warum ist Anpassung notwendig?
- Wer muss sich anpassen?
- Anpassung international
- Anpassung und Klimaschutz
- KomPass für die Anpassung
Das Klima ändert sich – und mit dem Klima ändert sich auch in Deutschland das Umfeld für Mensch und Natur. Gesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen bereits heute auf den Wandel reagieren und vorsorgen. Denn viele Folgen des Klimawandels sind nicht mehr vermeidbar. Deshalb gibt es die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS). Sie bietet einen Rahmen für alle Anpassungsaktivitäten in Deutschland und zeigt, welche Schritte notwendig sind, um Anpassungsmaßnahmen rechtzeitig und damit vorsorgend umsetzen zu können. Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel stellt sicher, dass künftige Gefährdungen frühzeitig erkannt und mögliche Chancen der Anpassung genutzt werden.
Eine Strategie zum Anpassen
Die Bundesregierung hat im Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) beschlossen. Die Strategie und ihre Umsetzung werden Akteurinnen und Akteuren aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft helfen, Regionen und Gruppen auszumachen, die von den Folgen des Klimawandels besonders betroffen sind. Wesentliches Ziel der DAS ist es, die Anpassungsfähigkeit von Ökosystemen und einzelnen Gruppen zu stärken, damit sie für die Zukunft vorbereitet sind. Bereits im Klimaschutzprogramm 2005 hatte die Bundesregierung die eigene Verpflichtung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) aufgegriffen und beschlossen, Anpassungsmaßnahmen zu erarbeiten und umzusetzen. Dieser Verpflichtung kommt sie nun mit der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel nach.
- Kabinettbericht zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel, lang – [pdf, 2,5 MB]
- Kurzzusammenfassung
- BMU-Broschüre: Dem Klimawandel begegnen - Die Deutsche Anpassungsstrategie
- Flyer: ANPASSEN NACH MASS - Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel
Mehr als eine Absichtserklärung
Wo ist Anpassung notwendig? Wie sollte man sich anpassen? Wer ist für die Anpassung zuständig? Und welche Folgen haben Anpassungsmaßnahmen wiederum für die Entwicklung von Natur und Gesellschaft? Die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) ist mehr als eine bloße Absichtserklärung. Konzipiert als eine Strategie „in process“, bleibt die Strategie flexibel. Sie wird sich in den kommenden Jahren immer wieder selbst anpassen müssen – an neue Erkenntnisse der Klimafolgenforschung, an die Bedürfnisse betroffener Bereiche sowie an wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen. Zentrale Aufgabe der Akteure unter dem Dach der DAS wird es sein, die Rahmenbedingungen und Zuständigkeiten für geeignete Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel zu schaffen oder zu klären. Die beteiligten Akteurinnen und Akteure und die Öffentlichkeit müssen informiert werden. Die DAS gewährleistet, dass mögliche Konflikte und Synergien zwischen Klimaschutz und Anpassung berücksichtigt werden, bevor eine Maßnahme umgesetzt wird.
Warum ist Anpassung notwendig?
Der Klimawandel ist bereits heute zu spüren. Mehr noch als plötzliche Starkregen oder Stürme sind es aber vor allem die schleichenden Veränderungen, die auf lange Sicht das Lebensumfeld des Menschen verändern. Sie betreffen häufig nur eine bestimmte Bevölkerungsgruppe oder Region und erscheinen beinahe banal: Ein kleiner Fluss, der immer weniger Wasser führt. Wespen im November und aufgeweichte Straßenbeläge im Sommer. Kein Wunder, dass viele Veränderungen nicht als Folge des Klimawandels erkannt oder vielfach ignoriert werden. Warum sollen wir uns um einen Zentimeter weniger Strand kümmern, scheinbar unbedeutend im Vergleich zu einem Hochwasser in der Stadt? – Gerade das birgt jedoch eine Chance zur Anpassung an den nicht mehr vermeidbaren Klimawandel, sagen Expertinnen und Experten. Denn kleine aber stetige Veränderungen sind besser berechenbar als Extremereignisse und machen Anpassung überhaupt erst möglich.
Wer muss sich anpassen?
Anpassung geht uns alle etwas an. Zwar betreffen viele Veränderungen nur eine kleine Gruppe, einen bestimmten Wirtschaftszweig oder eine Region. Doch die Folgen des Klimawandels sind so vielfältig, dass kaum ein Bereich des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Lebens in den nächsten Jahren und Jahrzehnten unberührt bleiben wird. Hinzu kommt: Einige Bereiche sind über Umwege miteinander verbunden. So macht Niedrigwasser eines Flusses nicht nur Fischen das Leben schwer. Die Schifffahrt, die Wasserwirtschaft und selbst die Energieversorgung können davon betroffen sein, denn das Wasser vieler Flüsse kühlt die Kraftwerke der Stromerzeuger.
Anpassung international
Mehr noch als in Europa werden die Folgen des Klimawandels in Entwicklungsländern zu spüren sein. Diese Länder haben in der Regel schon aufgrund ihrer wirtschaftlichen Situation weniger Möglichkeiten sich anzupassen, als Staaten mit einer hohen Wirtschaftskraft. Die Bundesregierung wird daher im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie (DAS) und entsprechend den Vereinbarungen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) insbesondere Entwicklungsländer dabei unterstützen, geeignete Anpassungsmaßnahmen für ihr Land zu entwickeln:
- finanziell - durch Zahlungen in die Fonds des UNFCCC
- aktiv - indem Deutschland das Nairobi Arbeitsprogramm zu Auswirkungen, Vulnerabilität und Anpassung an den Klimawandel mitgestaltet
- praktisch - indem Deutschland zum Beispiel geeignete Migrationsmodelle entwickelt, die Auswirkungen des Klimawandels, z.B. erhöhten Auswanderungsdruck, berücksichtigen und die Ausländerinnen und Ausländern die Rückkehr in ihr Land ermöglichen bzw. attraktiv machen.
Anpassung und Klimaschutz
Seit der UN-Klimakonferenz auf Bali im Jahr 2007 hat die Anpassung an die Klimafolgen den gleichen Stellenwert wie die Minderung von Treibhausgasen. Das macht deutlich, wie sehr sich bereits heute große Teile der Welt an die Folgen des Klimawandels anpassen müssen. Treibhausgase in der Atmosphäre werden das Klima der nächsten Jahrzehnte verändern. Sich anzupassen ist deshalb dringend notwendig und heißt, rechtzeitig und aktiv auf nicht mehr vermeidbare Klimaänderungen zu reagieren. Gleichzeitig muss der Klimaschutz vorangetrieben werden. Anpassung ist dann besonders sinnvoll, wenn auch der Ausstoß von Treibhausgasen gemindert wird. Klimaforscher haben berechnet, dass die Anpassung an die Folgen des Klimawandels nur dann erfolgreich sein kann, wenn die Temperatur weltweit nicht weiter als zwei Grad Celsius über das Niveau von 1990 steigt.
Bali Aktionsplan UNFCCC Entscheidung 1/CP.13
KomPass für die Anpassung
Das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass) im Umweltbundesamt in Dessau ist Wegweiser und Ansprechpartner für Anpassungsaktivitäten in Deutschland. Als Schnittstelle zwischen Klimafolgenforschung, Gesellschaft und Politik macht es verwundbare Bereiche und Regionen ausfindig, bewertet Klimafolgen und zeigt Chancen und Hürden von Anpassungsmaßnahmen auf. KomPass arbeitet aktiv mit der Wissenschaft, mit Ministerien und Behörden sowie Verbänden zusammen und unterstützt die Umsetzung der DAS.
